Smart Stores:
Chancen und Konflikte rund um die Sonntagsöffnung
Der stationäre Einzelhandel steht vor großen Herausforderungen. Personalmangel, steigende Betriebskosten und ein verändertes Konsumverhalten setzen viele Betriebe unter Druck. Parallel entstehen neue Formate, die auf digitale Technik setzen und rund um die Uhr erreichbar sind. Besonders im Fokus stehen sogenannte Smart Stores – kleine, automatisierte Läden, die ohne besetzte Kasse auskommen und theoretisch 24/7 geöffnet haben können.
Doch genau diese permanente Verfügbarkeit entfacht eine Diskussion: Sind Smart Stores die Lösung für Versorgungslücken, oder gefährden sie den verfassungsrechtlich geschützten Ruhetag?
Dieser Blog-Beitrag basiert auf einem Artikel von Marco Krefting, Julian Weber und Christian Rothenberg (dpa), der am 9. August 2025 in der Neu-Ulmer Zeitung veröffentlicht wurde. Sie können den Original-Artikel unter folgendem Link abrufen:
Bequemlichkeit versus Tradition
Ein Großteil der Bevölkerung hält am freien Sonntag fest. Laut repräsentativen Befragungen lehnen knapp 60 Prozent häufigere Sonntagsöffnungen im Handel ab, während rund ein Drittel dafür ist. Gleichzeitig zeigen Studien, dass die Akzeptanz gegenüber Smart Stores hoch ist – gerade weil sie unkompliziert sind und in ländlichen Regionen die Nahversorgung sichern.
Untersuchungen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg belegen, dass über 80 bis 90 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer solche Läden als Bereicherung empfinden. Besonders geschätzt wird dabei die Flexibilität: einkaufen zu können, wann immer es passt – auch sonntags.
Wirtschaftliche Bedeutung
Für die Betreiber sind Sonntage weit mehr als ein Komfortargument. Nach Branchenschätzungen entsteht an diesem Tag rund ein Drittel des Umsatzes. Ohne diese Erlöse wäre der Betrieb vieler Smart Stores kaum rentabel. Der Handelsverband Deutschland sieht darin einen Vorteil: Da keine Kassiererinnen und Kassierer benötigt werden, werde die Sonn- und Feiertagsruhe formal nicht verletzt. Zudem könne die Automatisierung helfen, Personalmangel und steigende Lohnkosten besser abzufedern.
Kritische Stimmen
Gewerkschaften und Kirchen betrachten die Entwicklung kritisch. Die „Allianz für den freien Sonntag“ weist darauf hin, dass Smart Stores auch am Sonntag Mitarbeitende benötigen – sei es zum Auffüllen der Regale, für Reinigung oder technische Kontrolle. Hinzu komme ein Wettbewerbsdruck für traditionelle Bäckereien, Metzgereien oder inhabergeführte Läden, die geschlossen bleiben müssen.
Darüber hinaus verweisen Kritiker auf den verfassungsrechtlich geschützten Sonntag. Dieser garantiere nicht nur Arbeitsruhe, sondern auch gesellschaftliche Teilhabe. Eine generelle Freigabe von Sonntagsöffnungen wäre daher nur über eine Verfassungsänderung möglich – und damit politisch schwer durchzusetzen.
Uneinheitliche Rechtslage
Die Gesetzeslage unterscheidet sich je nach Bundesland. Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt haben ihre Regelungen bereits angepasst, um Smart Stores einen 24/7-Betrieb zu ermöglichen. In anderen Ländern wird die Sonntagsöffnung bislang nur geduldet, während neue Vorschriften vorbereitet werden. Gleichzeitig kündigen Gegner an, bestehende Gesetze vor Gericht anzugreifen.
Markt mit Dynamik
Ungeachtet der politischen Debatte wächst der Markt schnell. Mitte 2025 waren deutschlandweit bereits mehr als 700 Smart Stores aktiv – Tendenz steigend. Vor allem in kleineren Gemeinden, wo klassische Nahversorger oft fehlen, entwickeln sie sich zu einem festen Bestandteil der Infrastruktur. Für viele Kundinnen und Kunden steht dabei weniger das Sortiment im Vordergrund als der Komfort.
Zwischen Chancen und Grenzen
Smart Stores verbinden digitale Innovation mit praktischer Nahversorgung und stoßen auf große Zustimmung. Gleichzeitig berühren sie einen gesellschaftlichen Kernkonflikt: den Schutz des Sonntags. Ob sich das Modell langfristig flächendeckend durchsetzt, hängt nicht nur von Wirtschaftlichkeit und Kundennachfrage ab, sondern auch von rechtlichen Weichenstellungen. Klar ist jedoch schon heute: Die Zahl der Smart Stores wird weiter steigen – und die Diskussion um ihre Rolle im Einzelhandel ebenfalls.
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